• Meriem Benois

Aus dem Nähkästchen geplaudert! Oder: Wie erleben andere VAs das Selbstständigendasein?


Heute geht es vor allem darum, das Selbstständigendasein als virtuelle Assistenz (VA) dir und auch anderen Menschen näher zu bringen, die mit dem Gedanken dazu spielen. In diesem Interview möchte ich das Thema "Virtuelle Assistenz" mal genauer unter die Lupe nehmen. Wie ich zur virtuellen Assistenz gekommen bin, kannst du übrigens hier nachlesen.


Wie wird man zur virtuellen Assistenz und wie sieht ein Tag in dem Beruf aus? Die virtuelle Assistentin Alexandra Dobmeier hat mir mehr dazu verraten.



  1. Vielleicht magst du dich mal kurz vorstellen? Was machst du so? Ich bin die Alex und seit einem Jahr als virtuelle Assistenz selbstständig. Davor war ich in einer Sprachenschule und in der Sozietät für Interim Management in Vollzeit angestellt. 2014 kam unser erstes Kind, gefolgt vom zweiten, 2016. Für meine Kunden halte ich das virtuelle Back-Office am Laufen und kümmere mich um die vorbereitende Buchhaltung. Wobei sich das Spektrum im Laufe der Zeit immer wieder ein wenig geändert hat und ich auch, zusammen mit meinen Kunden, an ganz anderen vielseitigen Projekten arbeiten darf, die mit meinem Angebot nicht mehr viel zu tun haben. Denn das ist das Schöne, man lernt immer wieder in kurzer Zeit, Neues dazu.

  2. Wie kam es zu deiner Selbstständigkeit? Auf den Beruf VA bin ich eher zufällig gestoßen. Eigentlich war ich nach meiner Elternzeit wieder in einer Teilzeitstelle, aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass das nichts mehr für mich und mit Kindern/Kindergarten/krank einfach "eine ewige Hetzerei" ist. Ich wusste aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, wie ich das ändern könnte. Zufälligerweise habe ich dann einen Artikel im Spiegel über VAs gelesen, für gut befunden und am nächsten Tag gekündigt. Und das kurz vor dem ersten Lockdown. Ich bin da ganz jungfräulich und naiv in die Selbstständigkeit gestartet. Das war bis jetzt eine gute Entscheidung!

  3. Wie sind deine Erfahrungen mit der Selbstständigkeit? Es gibt, wie überall, Höhen und Tiefen! Für mich habe ich festgestellt, dass die Tiefen aber nicht so „weh“ tun, wie in einer Festanstellung, da ich das selbst in der Hand habe. In der Festanstellung, wenn du keinen guten Chef hast , sind dir doch mehr die Hände gebunden, um die Situation schneller zu ändern. Meine Erfahrung bislang: Als virtuelle Assistentin kann ich mir das erfüllen, was mir am wichtigsten ist: Meine Zeit so einteilen zu können, dass ich für meine Kinder/Familie da bin und ich eben gleichzeitig mit tollen Menschen zusammenarbeiten kann. Aber, es braucht ein wenig Ausdauer und Willen, vor allem in Zeiten von Corona, da ich die Kunden momentan ja nur über das "www" finde bzw. sie mich. Ich bin einfach eher der Typ, der live, vor Ort quasi, sich gerne mit den Leuten austauscht. Ich kann das in Texten nicht so gut rüberbringen, wie ich live bin.

  4. Die Frage aller Fragen: Wie bekommst du Kunden? Gibt es da einen Geheimtipp? Ja, wie gesagt, momentan nur über "www". Zu Beginn hatte ich das Glück, dass sich ehemalige Kollegen gemeldet hatten und ich so gleich einmal starten konnte. Dann natürlich über LinkedIn, Empfehlungen und über mein Netzwerk und das ist vielleicht der „Geheimtipp“.

  5. Wie schaut dein Tagesablauf aus? Ich habe die Tätigkeit gewählt, um Familie und Arbeit besser unter einen Hut zu bekommen. Das klappt bis jetzt gut, aber da musste ich mich gerade am Anfang auch ein bisschen selbst erziehen. Und so sieht das Ganze dann aus: In der Früh frühstücken mit den Kids. Danach fährt mein Mann sie in den Kiga und so um halb neun fange ich an, bis ca. 14 Uhr. Falls es bei einem Kunden mal wirklich wichtig sein sollte, lege ich auch gerne einmal eine Abendschicht ein.

  6. Mit welchen Schwierigkeiten hast du so im Berufsalltag zu kämpfen? Naja, dass manche Männer einfach nicht kapieren, dass ich nicht zum Flirten hier bin. Das ist manchmal ein wenig mühselig. Preisdumping habe ich auch schon erlebt, aber derjenige wurde dann einfach nicht mein Kunde. Unzuverlässigkeit ist leider immer wieder ein Thema, aber da hab ich das Gefühl, dass das generell zunimmt, auch im privaten Bereich. Mit Email, Whatsapp und Co. wird es einem ja auch leicht gemacht, Termine kurzfristig einfach abzusagen. Es ist klar, dass immer etwas dazwischen kommen kann, aber für mein Empfinden nimmt das deutlich zu, diese Unverbindlichkeit. Nach dem Motto: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern."

  7. Gibt es Tipps, die du jemanden, der gerade ganz neu als virtuelle Assistenz gestartet ist, mitgeben möchtest? Das ist immer eine schwierige Frage. Da jeder vom Typ her anders ist und nur, weil etwas bei mir geklappt hat, muss es das noch lang nicht bei jemanden anderen klappen. Aber eines kann ich mitgeben, lasst euch nicht verunsichern, von den Vielen: „Es gibt nur einen richtigen Weg, und nur, wenn du das so und so machst, wird es klappen.“ Das ist einfach nicht wahr.

8. Und last, but not least! Was steht auf deinem Schreibtisch, ohne dass du nicht arbeiten kannst?

Ohne mein Notizbuch, von meinen Kindern und meinem Mann, wäre ich aufgeschmissen.

So sehr ich die Digitalisierung befürworte, ein bisschen "old school" darf dann doch noch sein.



Wenn du mehr zu Alex oder zu mir erfahren möchtest, dann kontaktiere uns doch einfach unter:

dobmeieralexandra@gmail.com Alexandra Dobmeier | LinkedIn

oder hier unter

kontakt@virtualista.de


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